Schubladendenken

Schubladendenken

Kürzlich wurde mir durch ein Schwimmbadbesuch wieder bewusst, wie  schnell ich manchmal Menschen in Schubladen stecke. Und glauben Sie mir, ich bin nicht stolz darauf.

Wie kam es dazu? Ich betreibe Aquajogging und lief mit Füßlingen und Hanteln ganz rechts am Beckenrand. Dort störe ich die Schwimmer am wenigsten. Ein älterer Herr stieg ins Becken und begann, so dachte ich, rücksichtslos in meiner  „Bahn“ mit Rückenschwimmen. Hallo, geht’s noch! Mein erster Impuls war, gleich mein Drachenkostüm an zu ziehen, denn ich fand den Mann unverschämt und dachte: typisch ältere Leute, die denken, Sie können sich alles erlauben.

Also Schublade auf, Rückenschwimmer rein, Schublade zu, Drachenkostüm an…

Als der Schwimmer auf meiner Höhe war, hob er den Kopf aus dem Wasser und sagte: Entschuldigung, dass ich am Rand schwimme, aber ich habe Nackenprobleme und darf nur rückwärts schwimmen. Ich brauche den Rand zur Orientierung.

Natürlich, kein Problem ! Mein schlechtes Gewissen gesellte sich sofort zu mir und höhnte: ätschibätsch, hättest du erstmal nachgefragt, hättest du dir den Ärger und die bad Vibrations, die damit einhergehen, sparen können.

„Ja, liebes Gewissen, wie recht du hast“ musste ich zugeben und konnte vergnügt weiter joggen.

Viele Konflikte ließen sich vermeiden, wenn man sein Gegenüber nach den Beweggründen fragen würde. Wieso fällt uns das oft so schwer?

Ich wünsche uns allen immer wieder ein kleinen Reminder im Kopf, der uns daran erinnert – erst klären, bevor der Drache Feuer spuckt.

KLARHEIT SCHAFFT HARMONIE!

1 Comment
  • mogli

    6. Juni 2018at23:10 Antworten

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